Hawaii
Die Insel der wilden Hühner PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 10. Mai 2011 um 17:04 Uhr

Von Rafael

Kauai, eine Insel wie aus einem Hollywoodfilm: Ob Geheimagenten (007), Piraten (Pirates of the Caribbean), Dinosaurier (Jurassic Park) oder gar Ausserirdische (Avatar), die Liste der hier gedrehten Filme ist endlos und lässt erahnen, was für eine Szenerie uns hier erwartet.


Den neusten dieser Filme haben wir uns dann auch vor Ort im Kino angeschaut. «Soul Surfer» handelt von einer jungen Surferin, deren Arm vor der Küste Kauais vom einem Hai abgebissen wurde. Da es sich hierbei um eine wahre Geschichte handelt, haben wir das Surfen dann sein gelassen. Den Spass des Bodyboardens liessen wir uns aber nicht nehmen, dazu später mehr.

Üppige Vegetation und feuchtes Klima – Kauai, die älteste der vier grossen Hawaii-Inseln, ist auch unter dem Namen «die Garteninsel» bekannt. Ich finde, «die Insel der wilden Hühner» wäre passender, und dies nicht etwa im übertragenen, sondern im wahrsten Sinn des Wortes. Hühner bereits auf dem Flughafenparkplatz, Hühner im Dschungel, Hühner am Strand, Hühner unter dem Restauranttisch und Hühner platt auf dem Highway.


Wer Oahu und Big Island teuer findet, der war noch nie auf Kauai. Wir verbrachten unzählige Stunden im Internet, um eine Unterkunft in unserem tiefen Preissegment zu finden, und endlich wurden wir fündig. Die ersten Tage schlugen unsere Lager bei der vom Festland eingewanderten Insulanerin Sue auf. Sue, auf die der Begriff «wildes Huhn» auch im übertragenen Sinne zutrifft, vermietet ein piekfeines Zimmer ihres Hauses inklusive Bad an Gäste. Ihr kleiner, nicht minder wilder Hund, war interessanterweise sogar Olivia genehm. Ein typischer Frauenhund, mich fand er jedenfalls weniger cool.

Unsere zweite Unterkunft war dann ein wirkliches Juwel, ein kleines Zimmer mit kleiner Küche in einem Landgut wie aus dem Märchenbuch. Pastellfarbene Kolonialstil-Häuser, Blumengarten inklusive Pfau und Teich samt kleinem Wasserfall. Die Besitzer sind eine überfreundliche Karikatur der Spezies «gemeines Zürcher Goldküstenehepaar».

Tief unten ein Bach, hohe, steile, Felswände aus rotem Fels: der Waimea Canyon, auch «der Grand Canyon des Pazifik» genannt. Dieser war das erste Highlight unseres ersten grossen Ausflugs auf Kauai. Das zweite Highlight sollte eine Wanderung an den oberen Rand der sagenhaften Klippen der Na Pali Coast werden. Doch leider wandelten wir die ganze Zeit inmitten einer fetten Regenwolke, deren offensichtliches Ziel es war, uns die Aussicht auf die Küste weit unten zu versperren und uns zu allem Elend noch gründlich zu durchnässen. Irgendwie kann ich es ihr aber nicht wirklich übel nehmen, befanden wir uns doch in der Heimat des Regens an einem der nässesten Orte weltweit, mit einem Niederschlag von über 10 Metern pro Jahr.

Durch diesen ersten Misserfolg liessen wir uns aber nicht entmutigen, war diese schroffe überwachsene Felsküste doch einer der Hauptgründe unseres Besuchs auf Kauai.

Es gibt drei Arten, die Na Pali Coast zu erkunden. Erstens in einer mehrtägigen Wanderung zu Fuss, dazu fehlten uns jedoch die nötige Campingausrüstung und die Zeit. Zweitens mit dem Helikopter, dazu fehlte uns das nötige Kleingeld, und drittens per Boot. Und so buchten wir eine der touristischen Sunset-Touren, was aber dem Erlebnis keineswegs abträglich war. Schroffe Klippen, mit üppigem Grün überwachsene Nadelspitzen-Felsen, geheimnisvolle Höhlen und Tunnels im Lavagestein, unzählige Wasserfälle, die sich in die türkisfarbene Brandung ergossen und dazwischen immer wieder kleine, im goldenen Frühabendlicht leuchtende Sandstände. Als krönender Abschluss der Tour dann noch ein springender Wal mit Kalb, bevor die Sonne als roter Feuerball in den Fluten versank.

Ich bin euch noch die Geschichte mit den Bodyboards schuldig. In unserer zweiten Unterkunft durften wir gratis Strandutensilien ausleihen. Unter anderem eben diese kleinen Bretter, genannt Bodyboards. Ähnlich wie beim Surfen lässt es sich mit Bodyboards auf den Wellen der Brandung reiten. Mit dem kleinen Unterschied, dass dies im Liegen geschieht. Dies ist einfacher gesagt als getan, zumal wir Binnenländler uns einen Strand ausgesucht hatten, der seiner unberechenbar brechenden Wellen wegen schon eher fortgeschrittenes Können erforderte. Nichtsdestotrotz erwischte ich die Wellen nicht schlecht, was mich etwas übermütig werden liess und worauf ich beim Kurven ein paar kleinere Schürfwunden am Bauch davontrug. Weniger Glück hatte Olivia, die nicht die Welle erwischte, sondern umgekehrt von derselben erwischt wurde. Sie wurde kopfüber in den Sand gebohrt und meinte anschliessend, dass ihr Gebiss nicht mehr gleich aufeinanderpasse wie zuvor. Es hat sich aber wieder eingerenkt, glaube ich auf jedenfalls, zumindest ist ihre Schürfung unter dem linken Auge inzwischen wieder prima verheilt.

 
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